Schlagwort-Archive: Berlusconi

Der Cavaliere und das Mädchen

so der Titel, den der Tagesspiegel meiner Zusammenfassung zu Rubygate gegeben hat.

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Berlusconi und der Journalismus

Es ist ja so: wer in Italien keine Zeitungen wie Il fatto quotidiano oder wenigstens La Repubblica liest und sich nicht im Internet informiert, lebt in einer anderen Welt. In Berlusconis TV-Lügenwelt. Deshalb wiederholt er jetzt, wo die Ratten das sinkende Schiff verlassen und seine Regierung voll Wasser läuft, immer wieder: lest keine Zeitungen! Es ist sein Mantra. Die Journalisten sind das, was bis vor kurzem die Kommunisten waren: das Boese in Menschengestalt.

Doch es scheint, als würde gerade die Medienlandschaft aus ihrem jahrelangen Dauerkoma erwachen: ich habe von mehreren interessanten Projekten gehoert. In Mailand soll bald ein Web-TV mit Fokus auf europaeischen Themen, Migration und auslaendischen Communities auf Sendung gehen und eine Gruppe junger Journalisten probiert ein Konzept aus, dass in den USA bereits Erfolg hat. Hintergrundberichte, die man im Netz abonnieren kann und die man auch anregen und für die man spenden kann.

Wer italienisch versteht, kann ja mal vorbeischauen:

http://www.reportageitalia.it

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Dell`Utri verurteilt

Berlusconis Vertrauensmann, Weggefaehrte und Gruender der Forza-Italia-Clubs Marcello Dell`Utri wurde in zweiter Instanz wegen strafbarer Mafiakontakte zu sieben Jahren Haft verurteilt. Darueber muesste ich eigentlich eine Menge schreiben, aber ich habe im Moment so wenig Zeit. Deshalb verweise ich Wissbegierige auf den Blog einer geschaetzten Kollegin: http://www.petrareski.com/

Und zum anhoeren habe ich auch einen Tipp:

http://www.funkhauseuropa.de/sendungen/piazza/index.phtmle auf

Und wer italienisch versteht, sollte sich dieses Video anschauen: http://www.youtube.com/watch?v=iD1KvGoiwNE

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Eros Berlusconi

Wer sich die Berlusconi-Show am Samstag in Rom live angeschaut hat, berichtet mir Einzelheiten, die ceaucescuesken Charakter haben. Ich bin zwar dagegen, Berlusconi auf seine peinlichen Seiten zu reduzieren, das trägt viel zur Verharmlosung seines Regimes bei, aber ernst nehmen kann ich ihn leider auch nicht. Deshalb, es darf gelacht werden:

Ein Mann – allein gegen das Böse. Ein Held, ein edler Ritter, der an das Gute glaubt und an die Liebe. Amore!!! Denn die Liebe siegt über Neid und Hass, so verkündete es der italienische Liebesgott im Hosentaschenformat. Silvio Berlusconi stand am Samstag auf der Bühne wie Leonardo di Caprio auf der Kommandobrücke der sinkenden Titanic und reichte in seiner allumfassenden Liebe Kate Winslet, nein ganz Italien die Hand. Also ganz Italien, ausgenommen die nervigen Richtern, die unverschämten Journalisten und die vollkommen überflüssige Opposition.

Wer opponiert denn schon gegen die Liebe? Natürlich nur die, die hassen. Das Schattenreich der bösen Mächte, die von unserem Comic-Helden, einem durchgedrehten Jedi-Ritter mit dem Laserschwert der Liebe, mühsam in Schach gehalten werden. Überraschenderweise lässt er sich von seinen Untergebenen, sprich dem italienischen Volk, noch nicht „Sonne des Appenins“ nennen, obwohl er in seinem ästhetischen Geschmack immer mehr an die ehemalige „Sonne der Karpaten“, den rumänischen Diktator Nicolae Ceaucescu erinnert. Je monströser, desto besser. Seine Villa in Arcore verfügt über ein Mausoleum, das selbst Hartgesottenen die Sprache verschlägt. „Kitsch statt Kunst“ ist Berlusconis Devise, „reden statt regieren“ eine andere, und wer dachte, die Veranstaltung vom Wochenende sei so etwas wie das letzte Aufgebot eines bröckelnden Regimes, der hat sich vertan. Gründlich vertan.

Das Ende ist noch nicht in Sicht.  Und wer die Show verpasst hat, kann die Liebesbotschaft von Eros Berlusconi in seinem neuen Buch nachlesen. Auch das heißt: Die Liebe siegt über Neid und Hass und versammelt ein paar echte Schmankerl. Beispielsweise die Email eines Wählers, der beteuert, Berlusconi wie einen Vater zu lieben. Erinnert sich noch jemand an die Papi-Geschichte vom vergangenen Jahr? Immerhin der offizielle Scheidungsgrund fuer Veronica Lario Ex-Berlusconi.

Bereits damals hätte man ahnen können, welchen Stellenwert die Liebe für Eros Berlusconi hat. In Wahrheit will der Liebesgott ja selbst geliebt werden. Zwanghaft, manisch, grenzenlos. Und wehe, die geliebten Wähler schauen sich nach jemand anderem um, dann wird er zum eifersüchtigen Rachegott. Noch ist es nicht soweit, aber die Titanic sinkt und Leonardo di Caprio nahm bekanntlich kein gutes Ende. Ceaucescu auch nicht.

Mehr über die privaten Vorlieben von Berlusconi schrieb Giuseppe D`Avanzo am 8. August 2009 in der „Repubblica“, hier geht es zu einer Uebersetzung ins deutsche: Blogartikel

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Berlusconi und die Mafia

Silvio Berlusconi ist nervoes. Und er wird immer nervoeser. Mit den beiden Prozessen gegen ihn in Mailand kann ich mir das nicht recht erklaeren, dafuer wird er bewaehrte Loesungen finden (Verjaehrungsfristen kuerzen, Prozessdauer kuerzen, er hat da reichlich Fantasie). Vielleicht liegt es an den Ermittlungen, die in Florenz, Palermo, Caltanissetta und Palermo laufen? Inhaftierte Mafiabosse haben ihn schwer belastet, indem sie ihn als den politisch Verantwortlichen fuer die Bombenanschlaege der Mafia in den Jahren 1992/1993 bezeichnen.

Mehr dazu morgen in meinem Radiobeitrag.

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