Archiv der Kategorie: Italienischer Alltag

Trotz allem Berlusconi: wieso ihm so viele Italiener immer noch die Stange halten

Die häufigste Frage, die mir als Journalistin in Italien, von Redaktionen in Deutschland derzeit gestellt wird, ist natürlich: würden die Italiener Berlusconi heute wieder wählen? Die zweite: Warum??????????

Ja, warum? Das versteht nur, wer die Probe macht und in irgendeiner lombardischen Kleinstadt in den Bars, Geschäften, Metzgereien und beim Friseur nachfragt. Ich empfehle allerdings ein gesundes Nervenkostüm (oder vielleicht einen doppelten Grappa), die Ergebnisse sind erschütternd.

So zeigt sich die Einzelhandelskauffrau Olga V. enttäuscht über Gianfranco Fini: „Wir haben diese Regierung gewählt, damit sie bis zum Ende der Legislatur etwas für dieses Land tut. Nun hat Fini alles kaputt gemacht. Berlusconi tut gut daran, nicht zurückzutreten.“

Gianfranco Fini gefällt sich in der Rolle des Hüters der Verfassung und des Retters der Demokratie. Seit Monaten kritisiert er Silvio Berlusconis maßgeschneiderte Gesetze, die ihn vor Strafverfolgung schützen. Viele hat er leider mit getragen, doch nun will Fini mit moralischer Integrität punkten. Bei den Wählern des moderat rechten Spektrums kommt das jedoch einem Verrat an Berlusconi gleich. Dass gegen Berlusconi Strafprozesse wegen Steuerhinterziehung und Bestechung laufen, und er sich diesen durch ein Immunitätsgesetz entzieht, regt fast niemanden mehr auf.

“In der Politik machen doch alle Gesetze, die ihnen oder ihrer Klientel nützen. Wichtig ist, dass sie allen Vorteile bringen“, sagt Metzgermeister Anselmo. Er würde heute wieder Berlusconi wählen: „Er ist ein Unternehmer und weiß, dass die Steuerlast zu hoch ist“.

Gesenkt hat Silvio Berlusconi die Steuern entgegen seiner Versprechungen jedoch nur für die Reichen. Der Arbeiterklasse und dem Mittelstand hat er nur vereinzelte, kleine Wahlgeschenke gemacht wie die Abschaffung der Steuer auf Eigenheime. In der Wahrnehmung seiner Wähler trägt er aber nicht die Schuld für die desolate wirtschaftliche Lage, in der sich Italien befindet.  „Die Linksregierung hat uns ruiniert, da braucht es, Zeit, uns aus der Krise herauszuholen“ glaubt die Verkäuferin Grazia P.

Die kurze Episode einer von Romano Prodi geführten Regierung hat sich im Kopf vieler Italiener als Grund für die andauernde schlechte wirtschaftliche Situation des Landes festgesetzt. Ein Trugbild, denn in den anderthalb Jahren, in denen Berlusconi auf der Oppositionsbank saß,  hat Italien die Neuverschuldung zurückgefahren und sich international eine gewisse Glaubwürdigkeit zurück erkämpft. Umsonst, wie der Meinungsforscher Renato Mannheimer in Umfragen festgestellt hat: „Dem Großteil der Bevölkerung ist das Bild Italiens im Ausland egal. Das interessiert nur die, die viel reisen, die im Ausland herumkommen, aber das ist eine Minderheit.“

Die Menschen haben eben andere Sorgen. „Die Frage der Arbeitsplätze, der Gehälter und der Steuern bewegt die Gemüter der Leute. In den Umfragen sprechen die Italiener als erstes von der Sorge um die Arbeit“ so der Meinungsforscher.

Dass es die drei Regierungen Berlusconi waren, die das Arbeitsrecht lockerten und mit ihrer Politik die höheren Einkommensschichten bevorzugten wollen viele der Betroffenen nicht wahrhaben. Sie machen auch die allgemeine Wirtschaftskrise für die italienische Misere verantwortlich und glauben damit das, was ihnen die Berlusconi-Sender vorgaukeln. Unerschütterlich halten sie an ihrem Idol fest. Daran ändern auch seine zweite Scheidung und seine Sexskandale mit Minderjährigen und Prostituierten nichts.

Und vielleicht erlebt sein Herausforderer aus der Regierungskoalition Gianfranco Fini beim Misstrauensvotum im Parlament am 14. Dezember 2010 noch eine Überraschung. Derzeit versuchen Berlusconis Leute mit dem Anbieten von Posten und Ämtern, möglichst viele „Abtrünnige“ zurückzuholen. Das Parlament hat sich in einen Jahrmarkt verwandelt.

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Berlusconi und der Journalismus

Es ist ja so: wer in Italien keine Zeitungen wie Il fatto quotidiano oder wenigstens La Repubblica liest und sich nicht im Internet informiert, lebt in einer anderen Welt. In Berlusconis TV-Lügenwelt. Deshalb wiederholt er jetzt, wo die Ratten das sinkende Schiff verlassen und seine Regierung voll Wasser läuft, immer wieder: lest keine Zeitungen! Es ist sein Mantra. Die Journalisten sind das, was bis vor kurzem die Kommunisten waren: das Boese in Menschengestalt.

Doch es scheint, als würde gerade die Medienlandschaft aus ihrem jahrelangen Dauerkoma erwachen: ich habe von mehreren interessanten Projekten gehoert. In Mailand soll bald ein Web-TV mit Fokus auf europaeischen Themen, Migration und auslaendischen Communities auf Sendung gehen und eine Gruppe junger Journalisten probiert ein Konzept aus, dass in den USA bereits Erfolg hat. Hintergrundberichte, die man im Netz abonnieren kann und die man auch anregen und für die man spenden kann.

Wer italienisch versteht, kann ja mal vorbeischauen:

http://www.reportageitalia.it

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Erinnerung an Angelo Vassallo

Wer den Bürgermeister von Pollica in der Provinz Salento kannte, kannte einen freundlichen Mann, der ohne grosse Worte grosse Taten vollbrachte. Er weigerte sich, mit der Organisierten Kriminalität zusammenzuarbeiten. Schlimmer noch: er weigerte sich, wegzuschauen. So war es schwierig für die Kriminellen, sich öffentliche Bauaufträge zu sichern, dabei sollte in Pollica ein vom Sturm zerstörter kleiner Hafen neu gebaut werden.

Angelo Vassallo

Bürgermeister Angelo Vassallo

Der Bürgermeister Angelo Vassallo ist am Sonntag mit mehreren Kopfschüssen ermordet worden, seine Beerdigung findet heute statt. Die Ermittlungen in dem Mordfall leitet die DDA, die Anti-Mafia-Ermittlungseinheit der Provinz Salento.

Dieser Küstenstreifen ist bei deutschen Touristen sehr beliebt, er gilt auch bei den Italienern als feiner, vornehmer als der Teil um Neapel herum. Und er sei- so sagte man- weniger verseucht von der Camorra. Ob das stimmt, sei dahin gestellt. Sicher ist die Mafia hier weniger sichtbar als inder Provinz von Neapel oder Caserta.

Doch Ermittler gehen davon aus, dass die Provinz Salento seit mehr als 30 Jahren von Clans der Camorra und der Ndrangheta erobert wird. Fakt ist: wer sich der Organisierten Kriminalität in den Weg stellt, riskiert sein Leben. Und er riskiert, von der italienischen Oeffentlichkeit vergessen zu werden.

Dagegen kämpft das Netzwerk Libera, das ein gelungenes Beispiel dafür ist, was jeder Einzelne gegen die Organisierte Kriminalität machen kann: aufbegehren, nicht schweigen, nicht vergessen.

Unermüdlich Aufklärung betreibt auch Roberto Saviano, Autor von „Gomorra“, der rund um die Uhr unter Polizeischutz steht und an unbekannten Orten leben muss, um den Killern keine Gelegenheit zu geben, eine weitere Stimme gegen das Organisierte Verbrechen zum schweigen zu bringen.

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Krach um Garibaldi: Von Einheit keine Spur

Giuseppe Garibaldi landete am 11. Mai 1860 mit einer 1067 Mann starken Truppe aus Freiwilligen, die auch als „Zug der Tausend“ bezeichnet werden, auf Sizilien. Seine improvisierte Armee schlug die Truppen des Königs von Neapel und leitete damit Italiens nationale Vereinigung ein. Garibaldi ernannte sich zum Diktator Siziliens. Eigentlich war er jedoch nationalistisch-demokratisch gesonnen und plante, schon bald zugunsten einer Italienischen  Republik abzudanken. Im Schlepptau hatte er auch viele einheimische Aufständische aus den unterprivilegierten Schichten der Kleinbauern und Landarbeiter, sein Feldzug war also auch geprägt von der Sehnsucht nach sozialer Gerechtigkeit.  Das passte den tonangebenden Adligen in der Politik gar nicht und selbst Camillo Benso, Graf von Cavour, Ministerpräsident des Königreiches Piemont-Sardinien, schäumte vor Wut über Garibaldis Husarenstück auf Sizilien. Obwohl auch er die nationale Einheit Italiens wollte. Aber mit diplomatischen Mitteln, nicht mit Gewalt.

Heute, 150 Jahre nach Garibaldis Ankunft im Hafen von Marsala, gibt es wieder Streit in Italien.
Lega Nord – Politiker halten die Feierlichkeiten fuer Garibaldi und den Jahrestag der Vereinigung Italiens im naechsten Jahr als fuer ueberfluessig und zu teuer . Er sei an der Misere des Landes schuld, schimpfen die Politiker der separatistischen Partei Lega Nord, die den Norden vom Süden abspalten will. Von wegen Vereintes Italien. Um die Wogen zu glätten und den Jahrestag der Landung Garibaldis auf Sizilien mit Würde zu begehen, hat sich Staatspräsident Giorgio Napolitano in die Diskussionen eingeschaltet ein: „Es ist weder Zeit- noch Geldverschwendung, die nationale Einheit zu feiern. Arbeiten wir daran, unsere Probleme zu überwinden, geben wir den verschiedenen Sichtweisen auf die Geschichte Raum, aber ehren wir auch die Patrioten, die vor 150 Jahren  aus Genua kamen“

Was die Lega Nord heute gerne vergisst: es waren Norditaliener, hauptsaechlich Lombarden, Venetier und Piemontesen, die vor 150 Jahren den Weg zur nationalen Einheit ebneten.  Das wirtschaftliche Gefaelle zwischen dem industrialisierten Norden und dem landwirtschaftlich gepraegten Sueden konnte in 150 Jahren nicht ueberwunden werden. Immer noch hängt das finanzielle Ueberleben von Regionen wie Kalabrien, Apulien, Basilikata oder auch Sizilien an Transferleistungen aus Rom. Das konnte sich Giuseppe Garibaldi freilich nicht ausmalen, als er vor 150 Jahren in Marsala an Land ging, um Sizilien von dem korrupten, rückständige Regime der Bourbonen zu befreien. So sieht es ein Teil der Italiener heute. Der andere Teil interpretiert die Geschichte anders.  Für den Informatiker Francesco Strana aus Kalabrien war Garibaldi nicht Befreier, sondern Besatzer:„Als die Tausend Sizilien erobert hatten, enttäuschten die Generäle Garibaldis die Bevölkerung, weil sie ihre Versprechen nicht einhielten. Seitdem hätte man vieles besser machen können, aber das hat man nicht geschafft.“

Italiens Gegenwartsprobleme haben viel zu tun mit der Vergangenheit. Der Weg zum Nationalstaat ähnelte einem Puzzlespiel: zuerst trat das von Garibaldi „besetzt-befreite“ Süditalien dem Königreich Sardinien-Piemont bei, dann zogen die Österreicher aus Norditalien ab und zum Schluss verzichtete der Papst auf seinen Kirchenstaat. Mit der nationalen Einheit verschwanden aber weder die sozialen Konflikte im Land noch Korruption und Misswirtschaft. Und das frustriert viele Bürgerinnen und Bürger heute. Eine junge Frau in der Fussgaengerzone von Como bringt die Stimmung auf den Punkt: „Wo man hinschaut, sieht man nur schlechtes. Alle Bereiche des politischen und oeffentlichen Lebens sind von Betrugsskandalen durchzogen: der Sport, die Kultur, das Gesundheitswesen. Nichts funktioniert so wie es sollte. Und da sollen wir auf die Einheit Italiens stolz sein? Vielleicht sollten wir  noch einmal ganz von vorne anfangen.“

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Italiens Tag der Befreiung (25.4.) und die revisionistischen Tendenzen in der Politik

Der 25. April ist in Italien ein ganz wichtiger Tag, nämlich der Tag der Befreiung von der Nazi-Besatzung zwischen 1943 und 1945. Bis 1943 war das faschistische Italien unter Benito Mussolini mit Hitler-Deutschland verbündet, aber dann haben die Italiener einen einseitigen Waffenstillstand mit den Alliierten geschlossen und die Front gewechselt. Die Rache der Nazis folgte auf dem Fuße: Italien wurde besetzt, der abgesetzte und verhaftete Mussolini auf Befehl Hitlers befreit und als Chef einer Marionettenregierung mit Sitz am Gardasee eingesetzt. Das war die Stunde der „Resistenza“, des Widerstandes. Die italienischen Partisanen bekämpften die Nazis und zwangen sie am 25. April 1945, Mailand aufzugeben und den Rückzug anzutreten. Doch nicht alle Italiener waren Partisanen, einige waren überzeugte Faschisten und haben für Mussolini an der Seite der Nazis gekämpft. Ihnen oder ihren nachkommen sind die Gedenkfeiern für die gefallenen Partisanen, die in ganz Italien stattfinden, ein Dorn im Auge. „Es ist viel Zeit vergangenen und vieles hat sich verändert. Es hat eine kulturelle Revolution stattgefunden, die alles in Frage stellt“, sagt die Partisanentochter Anetta Pollero. Den Beginn dieser Revolution datiert der Schweizer Historiker Aram Mattioli auf das Jahr 1994, als Silvio Berlusconi zum ersten Mal Regierungschef wurde und mit den Rechten koalierte. Seitdem findet eine Geschichtsklitterung statt, die in Europa ihresgleichen sucht.

„Der Faschismus wird entfaschisiert. Mit anderen Worten: die Leute haben gar keine Ahnung mehr, was die faschistische Diktatur eigentlich war. Es ist ein repressives, verbrecherisches Regime  gewesen, Mussolini ist ein Massenmörder gewesen, der für den Tod einer Million Menschen die Verantwortung trägt, aber  hochrangige Politiker bestreiten dies“, sagt Aram Mattioli.  Silvio Berlusconi hat beispielsweise im Sommer 2003 gesagt, das faschistische Regime hätte nie jemanden umgebracht und seine Gegner „zum Urlaub machen“ auf die Inseln verbannt.

Aram Mattioli hat eine Forschungsarbeit über den Umgang mit der Vergangenheit im heutigen Italien veröffentlicht. Das Buch trägt den Titel: „Viva Mussolini, Die Aufwertung des Faschismus im Italien Berlusconis“ und enthüllt die Mechanismen, mit denen das rechte Regierungsbündnis den Gründungsmythos der „resistenza“ untergräbt und die faschistische Diktatur verharmlost.  Beispiele gibt es genug. Tourismusministerin Michela Brambilla etwa, die ihre Gesinnung auf einem Carabinieri-Fest im vergangenen Mai öffentlich kundtat, als sie den rechten Arm zum Hitler-Gruss ausstreckte oder Roms aktueller Bürgermeister Gianni Alemanno, der früher als rechtsextremer Schläger bekannt war. Auf lokaler Ebene gibt es Politiker aus der rechten Ecke, die sich weigern, Strassen nach Helden des Widerstandes zu benennen und gar Gedenktafeln für die Gefallenen fordern, die damals an der Seite der Nazis gegen die Partisanen gekämpft haben. So werden Täter zu Opfern gemacht.

Das alles müsste am 25. April angesprochen werden. Und vieles mehr: die geballte Medienmacht in der Hand Berlusconis, seine Attacken gegen die Justiz, seine Versuche, mit Regierungsdekreten am Parlament vorbeizuregieren. Aber wird Staatspräsident Giorgio Napolitano den Mut dazu haben?

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Eros Berlusconi

Wer sich die Berlusconi-Show am Samstag in Rom live angeschaut hat, berichtet mir Einzelheiten, die ceaucescuesken Charakter haben. Ich bin zwar dagegen, Berlusconi auf seine peinlichen Seiten zu reduzieren, das trägt viel zur Verharmlosung seines Regimes bei, aber ernst nehmen kann ich ihn leider auch nicht. Deshalb, es darf gelacht werden:

Ein Mann – allein gegen das Böse. Ein Held, ein edler Ritter, der an das Gute glaubt und an die Liebe. Amore!!! Denn die Liebe siegt über Neid und Hass, so verkündete es der italienische Liebesgott im Hosentaschenformat. Silvio Berlusconi stand am Samstag auf der Bühne wie Leonardo di Caprio auf der Kommandobrücke der sinkenden Titanic und reichte in seiner allumfassenden Liebe Kate Winslet, nein ganz Italien die Hand. Also ganz Italien, ausgenommen die nervigen Richtern, die unverschämten Journalisten und die vollkommen überflüssige Opposition.

Wer opponiert denn schon gegen die Liebe? Natürlich nur die, die hassen. Das Schattenreich der bösen Mächte, die von unserem Comic-Helden, einem durchgedrehten Jedi-Ritter mit dem Laserschwert der Liebe, mühsam in Schach gehalten werden. Überraschenderweise lässt er sich von seinen Untergebenen, sprich dem italienischen Volk, noch nicht „Sonne des Appenins“ nennen, obwohl er in seinem ästhetischen Geschmack immer mehr an die ehemalige „Sonne der Karpaten“, den rumänischen Diktator Nicolae Ceaucescu erinnert. Je monströser, desto besser. Seine Villa in Arcore verfügt über ein Mausoleum, das selbst Hartgesottenen die Sprache verschlägt. „Kitsch statt Kunst“ ist Berlusconis Devise, „reden statt regieren“ eine andere, und wer dachte, die Veranstaltung vom Wochenende sei so etwas wie das letzte Aufgebot eines bröckelnden Regimes, der hat sich vertan. Gründlich vertan.

Das Ende ist noch nicht in Sicht.  Und wer die Show verpasst hat, kann die Liebesbotschaft von Eros Berlusconi in seinem neuen Buch nachlesen. Auch das heißt: Die Liebe siegt über Neid und Hass und versammelt ein paar echte Schmankerl. Beispielsweise die Email eines Wählers, der beteuert, Berlusconi wie einen Vater zu lieben. Erinnert sich noch jemand an die Papi-Geschichte vom vergangenen Jahr? Immerhin der offizielle Scheidungsgrund fuer Veronica Lario Ex-Berlusconi.

Bereits damals hätte man ahnen können, welchen Stellenwert die Liebe für Eros Berlusconi hat. In Wahrheit will der Liebesgott ja selbst geliebt werden. Zwanghaft, manisch, grenzenlos. Und wehe, die geliebten Wähler schauen sich nach jemand anderem um, dann wird er zum eifersüchtigen Rachegott. Noch ist es nicht soweit, aber die Titanic sinkt und Leonardo di Caprio nahm bekanntlich kein gutes Ende. Ceaucescu auch nicht.

Mehr über die privaten Vorlieben von Berlusconi schrieb Giuseppe D`Avanzo am 8. August 2009 in der „Repubblica“, hier geht es zu einer Uebersetzung ins deutsche: Blogartikel

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Der Mafioso von nebenan

Eine Geschichte aus dem italienischen Alltag, die mit erklaert, wieso es Italien nicht schafft, die Mafia zu besiegen:

Ein Dorf in Norditalien, ein paar Hundert Einwohner, man kennt sich. Auf die Frage einer Auslaenderin, warum der im ganzen Ort geschaetzte Herr X. denn gemeinsam mit dem Herrn Y., einem verurteilten Mafioso, Kaffe trinke, antwortet Herr Xx: „Ja, das ist ein Mafioso, aber sonst ein netter Kerl und er hat sicher niemanden umgebracht. Soll ich ihn Dir vorstellen?“

Noch ein Programmhinweis in eigener Sache. Morgen, samstag, laeuft um 18.40 eine Hintergrundsendung von mir ueber die Expansion der Ndrangheta und ihre Unterwanderung der legalen Wirtschaft in Europa. Mit dabei sind natuerlich die „Kenner der Szene“: Francesco Forgione, ehemaliger Praesident der Anti-Mafia-Kommission und Autor des Buches „Mafia Export“, ausserdem  der Mafiafahnder Antonio Ingroia und Enzo Ciconte, der als Erster das Phaenomen der Ndrangheta wissenschaftlich untersucht hat. Wenn es interessiert: Deutschlandfunk, 18.40 Uhr 20. Maerz, kann man auch podcasten…

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